Funktionstests (FKT, engl. “functional test”, FCT)
von Leiterplatten (PCBs) oder elektronischen Geräten

Leiterplatte (PCB) kurz vor einem Funktionstest

Leiterplatte kurz vor der Durchführung eines Funktionstests

Was ist ein industrieller Funktionstest?

Bei einem industriellen Funktions­test wird ein Prüfling (engl. “device under test” bzw. DUT) dahingehend getestet, ob er die für seinen Anwendungs­bereich erforderlichen Eigenschaften erfüllt. Zu den Anforderungen gehören dabei nicht nur die gewünschte Kern-Funktionalität des Prüflings, sondern auch dessen sichere Reaktionen auf uner­wünschte Zustände (z. B. Abschalten bei Über­spannung). Ein Funktions­test wird in der Regel am Ende des Fertigungs­bandes der Funktions­einheit durchgeführt.

Wie wird ein Funktionstest durchgeführt?

Bei einem Funktions­test wird ein Prüfling verschiedenen Außen­einflüssen ausgesetzt und dabei überprüft, ob seine Reaktion dem gewünschten Verhalten entspricht. Typische Einflüsse sind:

  • Veränderungen an den elektrischen Eingängen (z. B. Spannungs­unterbrechung)
  • Digitale Eingangssignale (z. B. Kommunikations­­botschaften über KNX, DALI, CAN, I2C, Flexray etc.)
  • Bedienung der Benutzer­schnittstellen (z. B. Knöpfe, Drehregler), ggf. per Simulation
  • Einwirken auf Sensoren (z. B. NFC)
  • Umwelteinflüsse (z. B. hohe oder niedrige Temperaturen)

Abgrenzung zu verwandten Tests

Der Funktionstest ist von anderen elektrischen Tests abzugrenzen, bei denen Produktions­fehler funktions­unabhänig durch die Prüfung physikalischer Eigenschaften identifiziert werden (z. B. Entdeckung von Lötfehlern durch Prüfung von Widerständen):

  • In-Circuit-Tests (ICT): Prüfung von bestückten Leiterplatten, Kontaktierung mithilfe eines speziellen Nadelbett­adapters, viele Testpunkte gleichzeitig
  • Flying-Probe-Test (PBT): Prüfung von bestückten Leiterplatten, Kontaktierung mithilfe eines universellen Flying-Probe-Testers, wenige Testpunkte sequenziell

Was benötigt man für einen Funktionstest?

Für Funktionstests im industriellen Umfeld wird folgendes benötigt:

  • Eine Steuereinheit (sog. Funktions­tester), die den Prüfling den gewünschten Einflüssen aussetzen sowie dessen Reaktion präzise und in Echtzeit messen kann (z. B. der Guardian Funktionstester).
  • Eine Verbindungs­möglichkeit zwischen Steuereinheit und Prüfling (Prüfadapter), die eine zei­teffiziente und ggf. sogar voll-automatische Kontaktierung des Prüflings erlaubt (z. B. Prüfadapter von GTS Test Solutions).
  • Echtzeitfähige Testsoftware für die Programmierung und Automatisierung von Prüfabläufen (z. B. WinGuard)
  • Erforderliche Sensorik (z. B. Farbsensoren) und Systeme zur Schaffung von Umwelt­einflüssen (z. B. Kältekammern)
Guardian Funktionstester (FCT/FKT-System) mit Prüfadapter PA450

Guardian Funktionstester mit ange­schlossenem Prüfadapter der Serie PA450

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