5.2. Quelltexteditor

Winguard skripte werden mit einem Zeileneditor bearbeitet. In diesem Abschnitt werden die Funktionen des Quelltexteditors beschrieben.

5.2.1. GUI-Module

Winguard bietet zu jedem Befehl einen Einstellungsdialog um den Befehl zu konfigurieren. Diese Dialog werden GUI-Module genannt. Das GUI-Modul zu einem Befehl öffnet sich, wenn Sie den entsprechenden Befehl aus dem Befehlsbrowser in den Editor ziehen. Für bereits erstellte Befehle können Sie das GUI-Modul öffnen indem Sie die Zeile des Befehls doppelt klicken. Sie können auch die entsprechende Zeile im Quelltexteditor markieren und die Taste F2 drücken.

Das GUI-Modul soll Sie beim Editieren der Befehlseinstellungen unterstützen. Ist das Modul geöffnet steht Ihnen durch Drücken der Taste F1 die Online-Hilfe mit einer Erläuterung aller Einstellungen des aktuellen Befehls zur Verfügung.

GUI-Module erkennen außerdem syntaktische Fehler und weisen Sie auf diese bereits zur Entwicklungszeit hin. Das fehlerhafte Feld wird dabei rot markiert. Im Beispiel wurde das Modul TextOut verwendet. In der Eingabe für den auszugebenden Text (A) wurde die Zeichenkette nicht mit einem Hochkomma abgeschlossen. Die Fehlermeldung zeigt an, dass der Parameter Text (B) nicht korrekt eingegeben wurde.

images/fehlergui.png

5.2.2. Erweitertes Editieren

Zur schnellen Eingabe kurzer Befehle erlaubt Winguard die direkte Eingabe von Befehlszeilen über die Tastatur. Durch Drücken der Buchstabentasten oder der Leertaste öffnet sich für die auswählte Zeile eine Texteingabe in die Sie den Quelltext direkt eintippen können. Der Quelltext wird in den Quelltexteditor übernommen sobald Sie Enter drücken.

Während Sie tippen wird ihnen zusätzlich eine Liste von Vorschlägen angezeigt, die den von Ihnen getippten Text enthalten. Mit den Tasten up und down können Sie in dieser Liste einzelne Befehle auswählen und deren GUI-Modul durch Drücken von Enter öffnen beziehungsweise den Vorschlag in die Befehlszeile übernehmen.

images/extedit.png

Anmerkung

Im Gegensatz zu GUI-Modulen übernimmt die erweiterte Eingabe den von Ihnen eingetippten Quelltext ohne Überprüfung. Sollte der so eingegebene Quelltext Fehler enthalten, werden diese erst beim Programmstart angezeigt. Außerdem können Sie unter Umständen zu einem so erzeugten fehlerhaften Befehl das dazugehörige GUI-Modul nicht öffnen.

5.2.3. Verschiedene Funktionen

Um zu den Zeilen im Editor die jeweilige Zeilennummer anzeigen zu lassen, verwenden Sie das Icon images/ico_linenum.png in der Toolbar, drücken Sie F11 oder wählen Sie im Kontextmenü des Editors den Punkt Zeilennummerierung (ein/aus). Um die Anzeige der Zeilennummern abzuschalten wiederholen Sie den Vorgang.

Der Editor verwaltet zu jeder Unit eine Undo-Liste. Damit können alle Änderungen an der jeweiligen Unit bis zum Laden des Programms rückgängig gemacht werden. Eine Redo-Funktion ist zur Zeit nicht verfügbar.

5.2.4. Kontextmenü

Das Kontextmenü öffnet sich, wenn Sie mit der rechten Maustaste in den Editor klicken. Die Aktionen des Menüs beziehen sich auf die geklickte Zeile.

images/contextmenu.png

Die Befehle sind im Einzelnen:

images/ico_copy.png Kopie

Kopieren der aktuellen Zeile

images/ico_cut.png Ausschneiden

Ausschneiden der aktuellen Zeile

images/ico_paste.png Einfügen

Einfügen einer zuvor ausgeschnittenen oder kopierten Zeile

images/ico_cmbreak.png BP (ein/aus)

Breakpoint für die aktuelle Zeile umschalten

images/ico_linenum.png Zeilennummerierung (ein/aus)

An- bzw. Abschalten der Zeilennummerierung

images/ico_lightning.png Schritt (ein/aus)

aktuelle Zeile aktivieren/deaktivieren

images/ico_procexp.png procedure-Explorer

Öffnen des Prozedurexplorers

images/ico_procsearch.png Prozedur beim Cursor suchen

Nur für Zeilen mit Prozeduraufruf: springe zur Prozedurdefinition

5.2.5. Syntaxhervorhebung

Um die Lesbarkeit von Programmen zu erleichtern hebt Winguard die einzelnen Elemente des Quelltextes optisch unterschiedlich hervor.

  • Schlüsselwörter wie procedure oder if werden fett geschrieben
  • Werte wie Zahlen und Zeichenketten werden rot dargestellt.
  • Kommentare werden in blauer kursiver Schrift dargestellt
  • Bezeichner werden ohne Textdekorationen dargestellt

5.2.6. Editieren von Projekten

Während des Editierens im Quelltexteditor ist die aktuelle Zeile automatisch markiert. Sie erkennen die Zeile an dem blauen Balken. Viele Operationen des Quelltexteditors können auf mehrere Zeilen gleichzeitig angewendet werden. Dazu muss eine Gruppe von Zeilen, ein sogenannter Block markiert werden.

Markieren von Blöcken
Um einen Block zu markieren wählen Sie zuerst die erste Zeile des Blockes mit Hilfe der Tasten Up und Down. Halten Sie nun die Taste Shift gedrückt und benutzen Sie wiederum die Tasten Up und Down um mehrere Zeilen zu markieren. Alternativ können Sie einen Block mit der Maus markieren. Klicken Sie dazu auf die erste Zeile des Blocks und halten Sie die Maustaste gedrückt. Ziehen Sie nun die Maus bis alle gewünschten Zeilen markiert sind.
Kopieren, Ausschneiden, Einfügen und Löschen

Blöcke können über die gängigen Tastenkombinationen kopiert, ausgeschnitten, eingefügt und gelöscht werden. Der Editor bietet diese Aktionen außerdem im Kontextmenü an, das Sie über einen Rechtsklick auf den Editor öffnen können. Die Tastenkombinationen sind:

Strg-C

Kopiert den aktuellen Block in die Zwischenablage

Strg-X

Kopiert den aktuellen Block in die Zwischenablageund löscht ihn aus dem Editor (Ausschneiden).

Strg-V

Fügt den Inhalt der Zwischenablage vor der aktuellen Zeile ein.

Entf

Löscht den aktuellen Block.

Einrücken von Blöcken
Blöcke und Zeilen können Sie durch Drücken der Taste Tab um vier Zeichen nach rechts einrücken. Um die Einrückung aufzuheben und den markierten Block vier Zeichen nach links zu schieben drücken Sie Shift-Tab.
Deaktivieren von Blöcken
Möchten Sie einen Teil des Prüfprogramms vorübergehend deaktivieren, jedoch den entsprechenden Code nicht aus dem Quelltext löschen, können Sie den gewünschten Teil durch drücken von F12 deaktivieren. Er wird dann im Editor in grauer kursiver Schrift dargestellt. Deaktivierte Schritte können durch erneutes drücken von F12 wieder aktiviert werden.